Alt und Neu 
Sunday, 08. December, 2013 - Gedanken und Gedichte
Kurios ist es, daß wir das Neue gern ablehnen, weil es so neu ist, und das Alte lieber beibehalten, weil es so alt ist.

Umgekehrt trifft das seltsamerweise ebenfalls zu.
Kommentar hinzufügen   |  0 Trackbacks   |  Permalink   |   ( 3 / 2727 )

Für Regina: Rauchverbot, aber warum? 
Sunday, 01. December, 2013
Seit fünf, sechs gibt es "dank" der EU ein Rauchverbot. Und das aufgrund einer ominösen Studie, daß etwa in Deutschland allein ob des Passivrauchens um die 3000 Menschen stürben.

3000 Menschen? Würde man diesem EU-Gedanken folgen, müßte es dementsprechend auch der Straßenverkehr darniederliegen, denn 2012 starben 3600 Menschen dort. Das ist nicht passiert. Warum nicht: Zählen diese Toten nicht?

Aber was das Rauchen betrifft, reagiert man hektisch bis hyhienisch und hysterisch!

Oder will man hierzulande die Kneipenkultur, die nun einmal aus Bier und Zigarette besteht, abschaffen und die Leute in ihren Wohungen isolieren? Wer will schon in einer Kneipe sein Bier und das Schnäpschen, ohne eine qualmen zu dürfen – das klingt wie ein Widerspruch in sich.

Interessant ist, wie schnell bemerkt wurde, daß Passivrauchen nicht gesundheitsfördernd ist. Mehr als fünfzig Jahre hat das gedauert! Wird man dementsprechend

- in ein paar Jahren verwirklichen, daß Kennedy nicht von Oswald erschossen wurde und endlich die Akten freigeben?

- nach 2051 in den Akten – warum werden sie zurückgehalten, wenn es nichts zu verbergen gäbe ? – über das angebliche Attentat von angeblichen 19 Moslems am 11.9.2001 mehr erfahren?

- kapieren, daß der US-Verteidigungseta über 500 Mrd. beträgt und es bloß ein Zehntel davon brauchte, Menschen in Brot und Bildung zu bringen.

Doch davon wollen wir nicht reden, gell? Die angeblich 3000 Toten sind ein zu nahes Ziel, um sich nicht darauf festzulegen.

Welch ein Unfug!
Kommentar hinzufügen   |  0 Trackbacks   |  Permalink   |   ( 3 / 1574 )

Dieter Hildebrandt ist tot 
Thursday, 21. November, 2013 - Kabarett und Satire
Nein, ich möchte Dieter Hildebrandt nicht huldigen oder ihn mit Synonymen und anderen Vergleichen zu etwas erheben, das er vielleicht war oder vielleicht niemals war.

Dieter Hildebrandt war Dieter Hildebrandt – das ist meine einzige Aussage!

Er war ein generationsübergreifender Kabarettist, bei dem solche Leute wie Dieter Nuhr wie Statisten wirkten.

Mehr als zwanzig Jahre lang stotterte sich Hildebrandt durch den Scheibenwischer und war dabei eine Inspiration für Kabarettisten wie Volker Pispers, Georg Schramm und Matthias Deutschmann. [1] Ein solcher Mann verdient den Respekt, nicht von Nuhr, Barth oder gar Cindy aus Marzahn überfahren zu werden.

Denn Kabarett meint noch immer, auf unbequeme Mißstände hinzuweisen, statt sich an ihnen belanglos zu erheitern.

Ich hoffe, Dieter Hildebrandt wird trotz dieser zu vielen Belanglosigkeit nicht vergessen werden.

[1]
Volker Pispers: www.volkerpispers.de
Georg Schramm: www.georg-schramm.de
Matthias Deutschmann: www.matthiasdeutschmann.de
Kommentar hinzufügen   |  0 Trackbacks   |  Permalink   |   ( 3 / 2750 )

2013 – das Jahr, in dem wir weiterschrieben 
Wednesday, 13. November, 2013 - Allgemein
Nach über sechs Jahren führe ich meinen Blog fort. Als Fingerübung setze ich erst einmal hier einen Text hinein, den ich heute an die liebenswerte Retro-Seite Weißtenoch? geschickt habe. Mal schauen, ob er veröffentlicht wird:


#######################################################

Einmal Currywurst mit Schaschliksoße, bitte!

Weißte noch?

Früher gab es noch richtige Currywürste – und zwar die in Pappschälchen mit dunkelbrauner Schaschliksoße, worin man das beigelegte Brötchen tunken konnte! Doch wo ist sie abgeblieben: die echte, die pikante und die oberleckere Schaschliksoße? Statt dessen bekommen wir schon jahrelang lieblos Ketchup und, je nach Schärfegrad, irgendein Gewürzpulver auf die Currywurst geklatscht.

Das verhält sich in unserer Zeit so ähnlich wie mit Cappuccino oder Spaghetti Napoli: Auf erstes gehört heißer Milchschaum, doch manche Gastronomen nehmen lieber normalen Kaffee und sprühen einfach Sahne aus der Dose drüber; auf zweites gehören zu dem simplen Nudelgericht wenigstens Knoblauch, Olivenöl sowie Basilikum, aber nicht bloßes Ketchup, das mit ein paar Trockengewürzen verrührt wird.

Heutzutage muß alles schnell gehen, wobei der Geschmack auf der Strecke bleibt...

Damit wir das nicht bemerken, erklären uns die Imbißstände gern, es handele sich um ein langgehütetes Geschäftsgeheimnis, falls wir einmal danach fragen, was denn in der Soße sei. Diese Schutzbehauptung liegt jedoch wohl meist daran, daß so etwas wie eine Schaschliksoße nicht von jetzt auf gleich herzustellen ist. Vor allem zählt dazu stundenlanges Schmoren von Spießen, damit der Bratensaft richtig schön herausläuft und sich daraus eine schmackhafte Soße binden läßt.

Currywurst ohne Schaschliksoße? Ungeheuerlich!

#######################################################

Nachtrag: Der Artikel wurde veröffentlicht, siehe:

Einmal Currywurst mit Schaschliksoße, bitte!
Kommentar hinzufügen   |  0 Trackbacks   |  Permalink   |   ( 3 / 2710 )

Aus! 
Wednesday, 11. July, 2007 - Allgemein
+++ Aus persönlichen Gründen wird Essays, Kommentare, Pamphlete auf unbestimmte Zeit geschlossen. +++
Kommentar hinzufügen   |  0 Trackbacks   |  Permalink   |   ( 3.1 / 10451 )

Die schmutzige Feldarbeit des ZDF 
Friday, 18. May, 2007 - Medien
Am 19. Februar 2007 schrieb ich in dem Artikel Apropos Jens Jessen über den ständigen Vorwurf des Sozialschmarotzertums:

So ist es folgerichtig und sinnvoll, daß die verantwortlichen Politiker die Schuld lieber den Leistungsempfängern zuschieben, und solche "Schmarotzer"-Botschaften werden gehorsam von den Massenmedien verbreitet, wenn sie nicht gar in dieselbe Kerbe hauen, wie etwa die Zeitungs- und Fernsehbeiträge zeigen, die regelmäßig zur Spargelerntezeit veröffentlicht werden.


Nun ist Spargelerntezeit und - oh, siehe da! - schon kommen die Journalisten des ZDF erschöpft von der Feldarbeitsfront zurück, um tief im Propagandahumus zu wühlen und mit dreckigen Fingern aufzugreifen, wie faul doch wieder einmal das deutsche Arbeitslosenpack ist, bevor man sich nach geleisteter Enthüllung mit anderen "Edelfedern" zu diesem oder jenem Fläschen Dom Pérignon verabredet.
   Denn für solch eine investigative "Öffentlichkeitsarbeit" müssen die Journalisten einfach fürstlich entlohnt werden, wenn sie nicht müde werden, sie Jahr für Jahr wiederholen. Oder sollte man annehmen, diese Leute schreiben stets das gleiche, weil sie entweder zu dumm oder zu faul sind, wenigstens etwas Phantasie oder Denkvermögen walten zu lassen?
   Solche Journalisten sollten, quasi als "Feldversuch", selbst für einige Wochen den Korrekturstift gegen das Spargelstechmesser austauschen, damit auch sie einmal berechtigt buckeln und nicht bloß vor jenen Kreisen, die ihnen das ständige Agitieren versilbern.

Feldarbeit - nein danke!
ZDF, ZDF.reporter, 16.05.2007, 21.00 Uhr
http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/31/0,1872,5415807,00.html

PS: Kleine Scherzfrage am Rande: Wer war zuerst da: Henne oder Ei, debile Zuschauer oder Kommerzfernsehen, Journalist oder Hund(t)?
Kommentar hinzufügen   |  0 Trackbacks   |  Permalink   |   ( 3 / 2763 )

SPIEGEL-Leser bezahlen ihre eigene Gehirnwäsche - mit 171,60 Euro im Jahr. 
Friday, 27. April, 2007 - Politik, Medien
SPIEGEL-Leser bezahlen ihre eigene Gehirnwäsche - mit 171,60 Euro im Jahr.

Eine Analyse zu einem Beitrag im Spiegel Nr. 17/2007 vom 23.4.2007 mit dem Titel: "Wirtschaftswunder 2.0"

Von Albrecht Müller

Vorbemerkung:
Immer noch wird der "Spiegel" in manchen Kreisen als Nachrichtenmagazin und als ein relativ kritisches Organ betrachtet. Tatsächlich ist der Spiegel heute wirtschaftspolitisch zu einem einseitig ideologisch ausgerichteten Kampforgan geworden. Ausgeklügelte Kampagnen der Meinungsbeeinflussung zu Gunsten zum Beispiel der Versicherungswirtschaft und der Banken bestimmen über weite Strecken die Berichte und Kommentare zu Demographie und Altersvorsorge. Genauso engagiert sich der Spiegel seit Jahren für die so genannte Reformpolitik. Das Blatt hat ausführlich daran mitgearbeitet, unser Land und seine sozialen Strukturen in einem schlechten Licht erscheinen zu lassen. Dramatisierung war und ist an der Tagesordnung. Dafür steht schon der Leiter des Berliner Büros des Spiegel, Gabor Steingart, mit seinen Büchern über den angeblichen "Abstieg des Superstars" Deutschland und den angeblich ausbrechenden Wirtschafts-Weltkrieg. Und jetzt entdeckt der Spiegel plötzlich ein leibhaftiges Wirtschaftswunder.

Gegen Meinungsäußerungen und Bewertungen wäre an sich noch nichts einzuwenden. Was uns aber in dem zu kommentierenden Beitrag an Übertreibungen geboten wird, ist nicht mehr erträglich. Und dass viele Fakten nicht stimmen oder falsch interpretiert sind, zeigt, wie der Spiegel arbeitet:

[mehr...]
Kommentar hinzufügen   |  0 Trackbacks   |  Permalink   |   ( 2.9 / 4458 )

Für Loulou 
Thursday, 12. April, 2007 - Gedanken und Gedichte

Deine Stille ist wie das Feuer,
das in meiner Seele brennt.
Erst berührt es mich,
dann schmerzt es fürchterlich.
Schließlich verbrennt es mich.



Kommentar hinzufügen   |  0 Trackbacks   |  Permalink   |   ( 3 / 9882 )

Apropos Jens Jessen 
Monday, 19. February, 2007 - Medien
Im letzten Eintrag erwähnte ich Jens Jessens "Die Quoten-Idioten". Einen weiteren lesenswerten Artikel verfaßte der Journalist zu der unsäglichen Bertelsmann-Kampagne "Du bist Deutschland", für die u. a. stets so löblich erwähnte Gestalten wie Günther Jauch, Walter Kempowski, Sandra Maischberger, Dominic Raacke, Marcel Reich-Ranicki, Harald Schmidt und Ulrich Wickert Gesicht und Person hergaben. (Komplette Liste, siehe: Daten und Fakten zur Kampagne.) Jessen nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn er schreibt:

Jedenfalls würde man gerne erleben, wie die Werbetexter, die sich diesen Schwachsinn ausgedacht haben, einem fünfzigjährigen Ingenieur erklären, dass er seinen Arbeitsplatz nur deswegen verloren hat, weil er vergaß, dass auch August Thyssen, Ferdinand Porsche oder andere berühmte Werktätige der deutschen Vergangenheit einmal klein angefangen haben. »Du bist Thyssen« – »Du bist Porsche«. Gewiss doch! Gewiss hätte unser Ingenieur das Zeug dazu, ein Porsche zu werden, wenn seine Fähigkeiten dazu nur auf dem Markt nachgefragt würden. Muss man den Initiatoren der Kampagne, die aus der Medienwirtschaft kommen, erst eigens erklären, dass unsere Probleme auf einem Ungleichgewicht von Angebot und Nachfrage beruhen, dass Kapital knapp geblieben, Arbeitskraft aber im Überfluss vorhanden ist?


Das ist ein gewichtiger Punkt: Angebot und Nachfrage! Es gibt ja nicht fünf Millionen Arbeitslose, weil die allesamt faul und lieber losgelöst von Arbeit wären, wie dies auf so manchen Politiker zutrifft, sondern ihre Arbeitskraft ist auf dem Markt schlichtweg nicht gefragt. Doch diese Wahrheit nehmen die Regierenden ungern in den Mund, wäre doch damit für jedermann ersichtlich, daß all die Auseinandersetzungen um Ein-Euro-Jobs, Kombilöhne, ALG2 usw. lediglich Scheindiskussionen wären, die am eigentlichen Thema vorbeigingen.
   So ist es folgerichtig und sinnvoll, daß die verantwortlichen Politiker die Schuld lieber den Leistungsempfängern zuschieben, und solche "Schmarotzer"-Botschaften werden gehorsam von den Massenmedien verbreitet, wenn sie nicht gar in dieselbe Kerbe hauen, wie etwa die Zeitungs- und Fernsehbeiträge zeigen, die regelmäßig zur Spargelerntezeit veröffentlicht werden.
   
"Leistung muß sich wieder lohnen!" Solche und ähnliche Sprüche geben Politiker gerne von sich, wenn sie sonst nichts zu sagen wissen. Das klingt gut, das kommt gut rüber, das scheint etwas auszusagen - doch es ist ebenso inhaltslos wie die eingangs erwähnte Kampagne.
   Denn hinter Worten müssen auch Taten stehen!
   Wäre es nämlich tatsächlich der Fall, daß sich Leistung (wieder) lohnte, wäre jede Debatte über "Sozialschmarotzer" und "Du bist Deutschland" hinfällig. Dann gäbe es ja keine Unzufriedenheit, die mit zynischen Politikersprüchen und bertelsmännischen Wohlfühlkampagnen bekämpft werden müßte.

Du bist Werbeagentur - Die Deutschlandkampagne
Jens Jessen, Die Zeit, Ausg. 41/2005
http://www.zeit.de/2005/41/Spitze_41

Oh du schöne Spargelzeit...
Westpol (WDR)
http://www.wdr.de/tv/westpol/beitrag/2006/05/20060507_spargel.jhtml
(Angesichts der vielen Rechtschreibfehler, die das Sendemanuskript enthält, sollte der WDR sich vielleicht einen Korrektor leisten, statt auch ihn aufs Spargelfeld schicken zu wollen.)

Vom Heuschrecken- zum Hunger-Müntefering
Saar-Echo, 18.05.2006
http://www.saar-echo.de/de/art.php?a=32023

Alles "Parasiten"?!
Björn Radke (WASG)
http://www.w-asg.de/28+M5e787181028.html
Kommentar hinzufügen   |  0 Trackbacks   |  Permalink   |   ( 3 / 9927 )

Deutschland in Sehnot 
Sunday, 18. February, 2007 - Medien
Wieder einmal ist es Karnevalszeit! Wer's mag, bitte schön... Nur leider zeigt sich dieser Tage noch eindrucksvoller als sonst, wie sehr das Niveau der öffentlich-rechtlichen Sender gesunken ist. Vom Privatfernsehen erwartet man ja nicht anderes; dort ist Oberflächlichkeit der Standard, wenn nicht gar ein Gütesiegel: sinnlose Sendungen für debile Zuschauer, veranstaltet von quotengeilen Programmachern. Daß aber ARD und ZDF unbedingt unter das Niveau der Privatsender kriechen wollen, indem sie all das umschiffen, was halbwegs nach Anspruch aussieht, ist ein riesengroßes Ärgernis!

Wann immer es nötig war, habe ich die GEZ-Gebühren verteidigt. Denn es mußte einen quotenunabhängigen Kontrast zu den Kommerzmedien geben, und dieser Ansicht bin ich nach wie vor. Allerdings gehen mir allmählich die Argumente aus, denn worin unterscheiden sich dramatisch die subventionierten noch von den privaten Sendern? Dazu fällt mir nicht viel ein, denn: Politmagazine kürzte man um eine Viertelstunde, Information verwandelte sich zu Infotainment, Dokumentationen wurden vermehrt trivial.
   So nimmt es nicht wunder, wenn etwa das ZDF Plakatwände mit dem Spruch "Mit dem Zweiten sieht man besser" vollkleistern läßt. Das Programm wirbt nicht für sich selbst, ergo müssen die Zuschauern mit solch einer alberner Werbung - bezahlt mit GEZ-Gebühren?! - "überzeugt" werden. Indessen geht die ARD offenbar einen anderen Weg. Weil sie über so viele Sendeanstalten verfügt, wird einfach auf allen dritten Kanälen ein ähnliches Programm gezeigt, so daß der Zuschauer glaubt, er habe die freie Entscheidung. Die hat er auf alle Fälle, zum Beispiel heute abend:

- Närrische Hitparade 2007 (WDR)
- Schwäbische Fasnet aus Esslingen (SWR)
- Franken Helau (BR)
- Niederhöchstadt feiert Fassenacht (HR)
- Das große Wunschkonzert (NDR)
- Straße der Lieder (MDR)
- Heut' steppt der Adler (RBB)

Nicht daß hier ein falscher Eindruck entsteht: Meinetwegen sollen sich die Menschen dazu animieren lassen, auf dem heimischen Sofa mit der Oma zum Powerschunkeln anzusetzen und viel Spaß daran zu haben. Sehr angenehm wäre es jedoch, böte die ARD dieselbe Hingabe mit derselben Vielfalt in derselben Ausführlichkeit, wie sie derzeit dem Karneval gilt, für anspruchsvollere Sendungen auf. So finde ich es beispielsweise bedauerlich, daß es zu den Schachweltmeisterschaften schon lange keine entsprechenden Begleitsendungen mehr gibt, und der Fernsehschachpreis Schach der Großmeister wurde im Jahre 2005 endgültig eingestellt.
   Freilich, nicht jeder wird es für unterhaltsam halten, wenn zwei Großmeister wie Helmut Pfleger und Vlastimil Hort amüsant weltmeisterliche Schachpartien analysieren. Aber bemüht lustige Karnevalssitzungen sind schließlich auch nicht jedermanns Sache!

Ein bißchen Literatur:

Die Quoten-Idioten - Warum ARD und ZDF die Zuschauer verachten
Die Zeit, Ausg. 36/2000
http://www.zeit.de/archiv/2000/36/200036_fernsehen.xml?page=all
(Ein hervorragender Artikel von Jens Jessen.)

Das Ende einer Ära - Zum letzten Mal: Schach der Großmeister
Chessbase News
http://www.chessbase.de/nachrichten.asp?newsid=4651

Der Zugbegleiter
Die Zeit, Ausg. 48/2006
http://www.zeit.de/2006/48/Portraet-Helmut-Pfleger?page=all
(Ein Porträt des Schachgroßmeisters Helmut Pfleger. Leider ist der Artikel arg verkitscht.)
Kommentar hinzufügen   |  0 Trackbacks   |  Permalink   |   ( 3 / 8752 )

Adieu 2006! 
Sunday, 31. December, 2006 - Gedanken und Gedichte
Und wieder ist ein Jahr vergangen. Statt an Feuerwerk und Alkohol möchte ich an diesem Silvesterabend einmal an die Beschäftigten jener Krankenhäuser denken, die spätestens nach Mitternacht wieder alle Hände voll zu tun haben werden.
   Denn die Menschen werden nicht klug. Nicht nur zur Grillsommerzeit, auch zu Silvester müssen immer und immer wieder Verbrennung, zerfetzte Gliedmaßen und ähnliches behandelt werden, weil in unverantwortlicher Weise mit gefährlichen Stoffen umgegangen wird.
   Die Unverantwortlichkeit mußte ich unter anderem gestern abend feststellen, als ich mit einigen Lebensmittel beladen eine Straße entlanglief und jemand aus einem Fenster einen Böller warf, der keine drei Meter von mir entfernt explodierte. Leider sah ich in der Dunkelheit nicht, woher genau das Ding geworfen wurde, aber die Kraftausdrücke, die ich nach oben schrie, möchte ich hier nicht wiedergeben.

Ginge es nach mir, würde ich all die schweren Böller, zum Beispiel die sogenannten Kanonenschläge, verbieten. Nichts gegen buntleuchtende Raketen und glitzernde Lichterspiele, aber solche Böller, mit denen etliche Leute unverantwortlich umgehen oder die dazu geeignet sind, das Gehör zu schädigen, sind bestimmt nicht notwendig, um Silvester feierlich zu begehen. Diese Dinger sind einfach zu laut und zu gefährlich.
   Es sei einmal linkisch gefragt, wieviel die Körperverletzungen am Silvesterabend die Krankenkassen wohl kosten? Aber solch eine Frage ist wahrscheinlich zu ketzerisch, und der eine oder andere wird einem vorwerfen, man sei spaßfeindlich oder ginge zum Lachen in den Keller. Möglicherweise ist die Kostenfrage nur gestattet, wenn es sich um die schlimmen, schlimmen Raucher handelt.

Nun denn, ich werde jedenfalls heute abend eher eine Zigarette als einen Böller anzünden...

Adieu 2006!


1 Kommentar ( 263 mal angeschaut )   |  0 Trackbacks   |  Permalink   |   ( 3 / 2810 )

Globalization is US 
Tuesday, 14. November, 2006 - Politik, Allgemein
Beim Stöbern nach Anglizismen und "Denglisch"-Wörtern fand ich diese interessante Beobachtung:

"Was Globalisierung genannt wird, ist nichts anderes als die Amerikanisierung der Welt, das heißt, die Unterwerfung unter die wirtschaftliche und politische Hegemonie der USA. Die einzige Nation, die sich unter der Globalisierung nicht zu ändern braucht, sind die Vereinigten Staaten von Amerika. Es ist die Welt, die sich Amerika anpassen muss."

(Heinrich Jaenicke in einem Beitrag des Sterns vom Dezember 2000; zit. nach VDS, Verein Deutsche Sprache e. V.)


Siehe auch:

- VDS: Argumente zur deutschen Sprache

PS: Der Titel der Überschrift stammt von dem US-Amerikaner Thomas Friedman. Allerdings schrieb er am 10. Februar 1997 lediglich von "Globalization is us" in der International Herald Tribune.
Kommentar hinzufügen   |  0 Trackbacks   |  Permalink   |   ( 3 / 1712 )

Schopenhauer und der wohlfeile Nationalstolz 
Thursday, 31. August, 2006 - Allgemein
Jemand hat sich über meinen Eintrag Rote Karte für Deutschland mokiert. Für alle, die meine Aussage bewußt oder bewußtlos mißverstehen wollen - vielleicht sollten sie dort die letzten beiden Absätze nochmals lesen -, sei dieser Schopenhauer gewidmet:

"Die wohlfeilste Art des Stolzes hingegen ist der Nationalstolz. Denn er verräth in dem damit Behafteten den Mangel an individuellen Eigenschaften, auf die er stolz sein könnte, indem er sonst nicht zu dem greifen würde, was er mit so vielen Millionen theilt. Wer bedeutende Vorzüge besitzt, wird vielmehr die Fehler seiner eigenen Nation, da er sie beständig vor Augen hat, am deutlichsten erkennen. Aber jeder erbärmliche Tropf, der nichts in der Welt hat, darauf er Stolz seyn könnte, ergreift das letzte Mittel, auf die Nation, der er gerade angehört, stolz zu seyn: hieran erholt er sich und ist nun dankbarlich bereit, alle Fehler und Thorheiten, die ihr eigen sind, (...) zu vertheidigen."

(Arthur Schopenhauer, Parerga und Paralipomena I, Lütkehaus-Ausgabe)


Dazu sei erwähnt: Die Fußballweltmeisterschaft ist längst vorbei, doch noch immer gibt es welche, die (nicht nur) die deutsche Fahne aus dem Fenster hängen lassen oder sie an Fahrrad oder Auto montiert spazierenfahren. Während der Weltmeisterschaft konnte man über dieses seltsame Verhalten vielleicht noch schmunzeln, doch jetzt wirkt es ziemlich albern.

Für all die (r)echten Deutschen sei als Therapie Konstantin Wecker empfohlen. Hannes Wader meinte anläßlich eines gemeinsamen Konzertes ("Was für eine Nacht...! Live"), viele wüßten nicht, daß Konstantin Vegetarier gewesen sei: jahrelang habe er sich von den Extrakten der Kokapflanze ernährt. (Wunderschön süffisant!)
   Aber im Gegensatz zu den vielen Deutschland- und Bierfahnen wußte die "vegetarische Ernährung" den Weckerschen Geist nicht zu vernebeln: Vaterland (2001).
2 Kommentare ( 501 mal angeschaut )   |  0 Trackbacks   |  Permalink   |   ( 3 / 10077 )

Max Goldt kommt auf Touren 
Wednesday, 19. July, 2006 - Kabarett und Satire

Wer den Satiriker Max Goldt nicht kennt,
der hat sein Leben lang gepennt.


In Ordnung, in Ordnung, diese Aussage läßt sich angreifen und hält der Überprüfung eines Pendanten kaum stand. Aber alle anderen sollten Max Goldt unbedingt einmal gelesen, oder noch besser: gehört haben! Ich empfehle vor allem sein Hörbuch Der Krapfen auf dem Sims, selbstverständlich vom Verfasser selbst gelesen. Und wer Max Goldt zudem sehen will, der folge diesem Tourplan:

Fr. 18.08.06 20:00 A-Salzburg, Salzburger Festspiele / Republic
Mo. 21.08.06 20:00 CH-Zürich, Kaufleuten
Di. 05.09.06 20:00 Berlin, Berliner Ensemble
Mi. 06.09.06 20:00 Berlin, Berliner Ensemble
Fr. 08.09.06 20:00 Magdeburg, Moritzhof
Di. 12.09.06 20:00 CH-St. Gallen, Kellerbühne
Mi. 13.09.06 20:00 A-Feldkirch, Theater am Saumarkt
Do. 14.09.06 20:00 Waldshut-Tiengen, Ali Theater Tiengen
Fr. 15.09.06 20:00 Weingarten, Linse
Sa. 16.09.06 19:30 CH-Bern, Stadttheater
Mi. 20.09.06 20:00 Bonn, Pantheon
Do. 21.09.06 20:00 Oberhausen, Ebertbad
Fr. 22.09.06 20:00 Hattingen, Stadtmuseum Hattingen-Blankenstein
Sa. 23.09.06 20:30 Soest, Alter Schlachthof
Di. 10.10.06 20:00 Kiel, Schauspielhaus
Mi. 11.10.06 20:00 Hamburg, Deutsches Schauspielhaus
Mo. 23.10.06 20:00 Göttingen, Junges Theater
Di. 24.10.06 20:00 Göttingen, Junges Theater
Mi. 25.10.06 20:30 Oldenburg, Kulturetage
Do. 26.10.06 20:00 Osnabrück, Rosenhof
Fr. 27.10.06 20:00 Wupertal. Rex
So. 05.11.06 20:30 Ludwigshafen, Das Haus
Mo. 06.11.06 20:00 Hamm, Maximilianpark
Di. 07.11.06 20:00 Münster, Prinzipalsaal
Fr. 10.11.06 20:00 Stuttgart, Theaterhaus
Sa. 11.11.06 20:00 Stuttgart, Theaterhaus
So. 19.11.06 20:30 Leipzig, Schaubühne Lindenfels
Mo. 20.11.06 20:30 Leipzig, Schaubühne Lindenfels
Di. 21.11.06 20:00 Dresden, Staatsschauspiel
Mi. 22.11.06 20:00 Erfurt, Kaisersaal (Herbstlese)
So. 03.12.06 20:30 Köln, Comedia
Mo. 04.12.06 20:00 Köln, Comedia
Di. 05.12.06 20:30 München, Schlachthof
Mi. 06.12.06 20:30 München, Schlachthof
Do. 07.12.06 19:30 Augsburg, Parktheater
Di. 12.12.06 20:00 Hannover, Pavillon
Mo. 18.12.06 20:00 Frankfurt, Mousonturm
Di. 19.12.06 20:00 Frankfurt, Mousonturm
Mi. 20.12.06 20:00 Düsseldorf, Zakk
Di. 09.01.07 20:00 Mannheim, Capitol
Mi. 10.01.07 20:00 Speyer, Historischer Ratsaal
Do. 11.01.07 20:30 Karlsruhe, Tollhaus
Fr. 12.01.07 20:00 Mainz, Frankfurter Hof

(Quelle: http://www.katzundgoldt.de)

Mehr über das Leben und Werkeln Max Goldts bei: Tom Produkt.
Kommentar hinzufügen   |  0 Trackbacks   |  Permalink   |   ( 3 / 2665 )

Die unstillbare Bestie Staat 
Friday, 07. July, 2006 - Politik
Statt vieler eigener Worte heute zwei Links zu Artikeln bei Telepolis, einem der besten Onlinemagazine, wenn nicht sogar das beste:

- Geheimdienste bekommen mehr Befugnisse

- Die Befürwortung der eigenen Entrechtung

Es stellt sich die Frage, wie lange wir diese Scheindemokratie, in der wir leben, überhaupt noch Demokratie nennen dürfen. Schon heute

- wählen wir, ohne daß sich etwas ändert (z. B. ein halbes Jahrhundert stets CDU/CSU oder SPD)
- dürfen wir unsere Meinung sagen, ohne daß sich etwas ändert
- und wenn sich etwas ändert, werden wir nicht gefragt (z. B. Euro).

Das ist totalitär, das trägt diktatorische Züge, denn wenn Demokratie bedeutet, daß wir als Zuschauer nur zwischen diesem oder jenem Lobbyisten - volkstümlich auch Politiker genannt - entscheiden dürfen, so handelt es sich bloß um eine Scheindemokratie: der (Geld-) Schein überstrahlt den ganzen Schmutz.
Kommentar hinzufügen   |  0 Trackbacks   |  Permalink   |